Über Mike Büchel

Unsere Zeit scheint auf Krawall gebürstet; schrill, unbändig, überladen. Zwischen zwei Wimpernschlägen jedoch kann sich bisweilen ein lebendiges Still-Leben auffächern, das vom Innehalten wispert. Und vom Weiteratmen.
Mike Büchel hört gebannt zu.
Was es ihm flüstert, übersetzt der Künstler auf die Leinwand.
Werk
Auf der Suche nach der Essenz des Ganzen
Verwurzelt in der Tradition großer Meister, ohne ihr dabei verpflichtet zu bleiben, und geprägt von einer entrückt-surrealen Bildsprache: Mike Büchel lässt die Leinwand als Spiegel für Interspektionen fungieren.
Seine Bilder entstehen als Kombinationen spontaner Impulse mit dem akribisch Geplanten. Die Inspiration dafür entspringt der Auseinandersetzung mit Persönlichkeiten aus der Kultur – aus Film, Musik, Literatur, Theater. Ihnen setzt Mike Büchel extrahierte Denkmäler, seine Objekte materialisieren etwas Registriertes, möglicherweise Unaussprechliches; sie sind Bezugspunkte indirekter Natur, die zwischen Vita und Vision, zwischen Ratio und Resonanz interagieren. Die Modelle hingegen begegnen ihm ganz unprätentiös auf den Straßen von Wien.
Werdegang
Vom Weltbürgertum zur Kosmopoesie
Mehr als zwei Jahrzehnte lang schickte das Leben Mike Büchel aus den Tiroler Alpen hinaus und auf gewundenen Pfaden in die Welt – oft unvermittelt, stets mit großen Vorhaben: über die mexikanische Academia de Bellas Artes nach Portugal und Palästina, über das Atelier seines größten Lehrmeisters Yim Maukun in Taiwan nach Belgien, über die Angel Academy of Art (Florenz) und die Florence Academy of Art schließlich nach Wien.
Zu jedweder Kulturform im humanistischen, schöpferischen Sinn hegt er Affinitäten; insbesondere liebt er die Musik und Schriftstellerei. Der Malerei als Ausdrucksform hat er sich letztlich zugewandt, weil er dafür eigenes Talent besessen habe: „Ich wollte richtig gut werden.“
Auf seiner bis heute andauernden Suche nach der Essenz des Ganzen richtet Mike Büchel den Blick zuletzt vermehrt nach innen. Als freischaffender Künstler schreibt und komponiert er nunmehr mit Farbe, und in seinen Gemälden atmet die Welt zwischen den Pinselstrichen heimlich weiter. Wenn das nicht Poesie ist – was dann?